Der Teleskopkran

Teleskopkrane werden sowohl als Schwenkkran als auch als Hängekrananlagen ausgeführt. Ein telekopierbarer Kran bietet den Vorteil, dass an Hindernissen wie Wänden, Regalen, anderen Maschinen oder Verkehrsflächen vorbei gearbeitet werden kann. Der Arm besteht aus zwei Teilen. Im zusammengeschobenen Zustand kann der Ausleger so an den Hindernissen vorbei bewegt und anschließend wieder ausgezogen werden. Die Länge des Teleskops kann, gleich ob an einem Ausleger oder einer Kranbrücke montiert, bis zu 3m betragen.
Der Teleskop-Mechanismus sorgt dafür, dass das Teleskop nur dann ausgefahren wird, wenn die Last den Bereich des festen Auslegers beziehungsweise der Brücke verlassen will. Beim Einfahren wird wieder zuerst das Teleskop eingefahren, bevor die Last in den festen Kranbereich bewegt wird. Nur mit diesem speziellen Mechanismus sind Kollisionen des Teleskops mit Bauten oder Fahrzeugen ausgeschlossen.
Als Schwenkkranvariante kann der Kran bis zu 270°gedreht werden.
In diesem Bild ist ein Teleskop-Schwenkkran zu sehen, mit dem in beengten Verhältnissen Paletten für die Kommissionierung bereitgestellt werden.

In einem schmalen Durchgang werden ineinander geschachtelte Palettenstapel abgelegt. Die einzelnen Paletten werden dann aufgenommen, bei Bedarf gewendet und an der Verwendungsstelle abgelegt. Im Bereich der Palettenaufnahme ist Platz für einen Schwenkkran mit 2m Reichweite. Im Verwendungsbereich werden aber 3m Reichweite benötigt. Für diese Anwendung eignet sich besonders ein Teleskop-Schwenkkran. Seine Bewegung wird durch den Teleskopmechanismus so gesteuert, dass beim Aufnehmen der Paletten ein Anstoßen an die Wand ausgeschlossen ist. Beim Bewegen in den Verwendungsbereich stößt das Fahrwerk des Krans an das Ende des Auslegers, entriegelt das Teleskop und erreicht ohne Anstrengung die gewünschte Stelle. Bei der Bewegung zurück zum Palettenstapel fährt wiederum zunächst das Teleskop ein, verriegelt und gibt die Bewegung des Fahrwerks frei.

Alternativ könnte in dieser Anwendung ein Knickarmkran eingesetzt werden. Auf Grund der Platzverhältnisse müsste jedoch der Bediener eines Knickarms immer dafür sorgen, dass das Ellbogengelenk in die geeignete Richtung knickt. Beim Teleskopausleger ist das nicht erforderlich, der Kran folgt der intuitiven Bewegung des Bedieners ohne die Möglichkeit einer Kollision.

Die Krananlage im Bild ist mit zwei Teleskopbrücken ausgestattet, die Material im Bereich des Lager- und Staplerverkehrs aufnehmen und es dann der Produktion zuführen.

Im Bereich vor dem Regal werden Gebinde mit unterschiedlichen Materialien mit Staplern aus dem Regal entnommen und bereitgestellt. Auf Grund der Höhe von Regal und Staplern käme es bei einer fest installierten Krananlage zu Kollisionen. Als Lösung wurden die beiden Kranbrücken mit Teleskopen ausgerüstet, die den Bereich der Materialbereitstellung erreichen, das Material aufnehmen und diesen Bereich danach wieder verlassen und den Fahrweg freigeben.

Teleskopkrananlagen und -Schwenkkrane ermöglichen den Zugang zu Arbeitsbereichen, die mit konventionellen Kränen nicht erreicht werden. Sie sind daher immer maßgeschneidert und an den Verwendungszweck und die Umgebung angepasst. Dieser Aufwand lohnt sich, denn gegenüber der Verwendung von Standardkranen werden Arbeitsfluss und Produktivität verbessert.

Technische Daten:

  • Länge des Teleskops: 3m bei 6m Reichweite
  • Nutzlast:                        max. 500 kg