Ordnungsgemäße Handhabung von Gefahrstoffbehältern

Wenn es im Betrieb sicher von A nach B gehen soll – Der Transport und die Lagerung von Gefahrengut unterliegt vielen Richtlinien und Vorschriften. Vor allem beim Transport und beim Bewegen von Gefahrengut muss ein sicheres Handling dauerhaft gewährleistet sein. Handlingunterstützung gibt nicht nur Sicherheit, sondern ermöglicht auch ein ergonomisches Arbeiten.

Der Vakuumsauger ezzFAST im Einsatz in der Chemieindustrie in ATEX
Vakuumsauger ezzFAST in der Chemieindustrie

Wenn hier von Beförderung von Gefahrenstoffen die Rede ist, geht es dabei um den innerbetrieblichen Transport. Der Transport von Gefahrstoffen bringt im Gegensatz zu herkömmlichen Transportaufgaben ein erhöhtes Risikopotential mit sich. Neben den materiellen Schaden können bei Beschädigungen der Gebinde auch Gefahren und Risiken für die Mitarbeiter entstehen. Daher müssen Sicherheitsrichtlinien unbedingt eingehalten werden und darüber hinaus Risiken von vorneherein vermieden werden. Zum Einsatz kommende Hubwagen, Hebehilfen oder Handhabungssysteme erleichtern den Transport von schweren Gefahrstoffbehälter und unterliegen gewissen Vorgaben, die beim Transport großer Lasten zu berücksichtigen sind. So fordert beispielsweise die Lastenhandhabungsverordnung (LasthandhabV) die Nutzung geeigneter Hilfsmittel, um physische Risiken für die Mitarbeiter bestmöglich zu reduzieren: „Der Arbeitgeber hat […] geeignete Arbeitsmittel, insbesondere mechanische Ausrüstungen, einzusetzen, um manuelle Handhabungen von Lasten, die für die Beschäftigten eine Gefährdung für Sicherheit und Gesundheit […] mit sich bringen, zu vermeiden.“ (§2 LasthandhabV) Weiterhin heißt es in der Gefahrstoffverordnung: „Der Arbeitgeber hat Gefährdungen der Gesundheit und der Sicherheit der Beschäftigten bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen auszuschließen. [Vorzugsweise durch] Gestaltung geeigneter Verfahren und technischer Steuerungseinrichtungen von Verfahren, den Einsatz emissionsfreier oder emissionsarmer Verwendungsformen sowie Verwendung geeigneter Arbeitsmittel und Materialien nach dem Stand der Technik.“ (§7 GefStoffV)

Oft befinden sich Gefahrstoffe in Fässern oder Kanistern, die transportiert oder entleert werden müssen. Sicherheit und Ergonomie haben hier oberste Priorität.  Bei unsachgemäßer Handhabung kann es zu Umwelt- und Gesundheitsgefährdungen kommen. So besteht beim Umkippen oder Herabfallen eines Fasses die Gefahr, dass es zu einer Beschädigung des Fasses kommt, wodurch beispielsweise unkontrolliert Gefahrstoffe austreten können. Außerdem sind Mitarbeiter durch händisches Tragen, Heben oder Halten von Fässern starken physischen Belastungen ausgesetzt, die zu Ermüdung oder Konzentrationsverlust führen kann. Daher gibt es geeignete Arbeitsmittel, um die Risiken beim Transport von Gefahrstoffen in Fässern zu minimieren.


Praktisches Hilfsmittel zum Transport von Gefahrstoffen – Handeln von Fässern und Kanister In unserem Anwendungsbeispiel wird der Vakuumheber ezzFAST zur Handhabung von Chemikalien in einem Fertigungsbetrieb eingesetzt. Hier geht es um das Umsetzen von Fässern und Kanister von bis zu 250 kg. Die Besonderheit: Das Heben soll von oben bzw. am Griff der Kanister erfolgen. In einem Chemikalien- und Gefahrstofflager werden Fässer und Kanister in Auffangwannen angeliefert. Zum Einlagern müssen die Produkte auf die hauseigenen Kunststoffpaletten umgelagert werden. Zum Transport an die Verwendungsstelle oder zur Entsorgung müssen die Produkte vor dem Verlassen des Lagers wieder in Auffangwannen abgestellt werden. Die Lösung von Best Handling Technology besteht aus einem System aus Vakuumheber und deckenmontierten Brückenkran, der den kompletten Lagerbereich überdeckt. Der an die Fässer angepasste Vakuumsauger nimmt Kunststoff- und Metallfässer am Deckel auf. Für die Kanister wurde ein spezieller Aufnehmer entwickelt, der sich in die Griffe der Kanister einhakt und ein Verrutschen beim Transport ausschließt. Beide Aufnehmer können durch ein Schnellwechselsystem ausgetauscht werden.

Extra entwickelter Aufnehmer zum Handhaben von Kanistern zum sicheren Transport
Extra entwickelter Aufnehmer zum Handhaben von Kanistern

Die Lösung bietet in dreierlei Hinsicht Vorteile für den Kunden. Zum einen ist der Aspekt Sicherheit gewährleistet. Ein Lösen der Last ist bedingt durch das Wirkprinzip nur nach dem erfolgten Absetzen möglich. Zur Produktivität: Die intuitive Bedienung, die angemessene Hub- und Senkgeschwindigkeit und die Leichtgängigkeit der Krananlage ermöglichen eine optimale Arbeitsgeschwindigkeit. Durch den Einsatz des Handlingsystems konnte auf eine zweite Person beim Umsetzen verzichtet werden. Als dritten Aspekt spielt auch die Ergonomie eine Rolle: Das Heben schwerer Lasten entfällt und der verlängerte Bediengriff erlaubt das Arbeiten in aufrechter Körperhaltung.


Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen Gefahrstoffe werden häufig auch in Gefahrenbereichen der Unternehmen eingesetzt. Dazu bietet sich der Vakuumheber in der ATEX-Ausführung an. Vor allem in der chemischen- und pharmazeutischen Industrie müssen Produkte oft gehandhabt werden, die sich im Ex-Bereich befinden. Die Grundlage hierfür ist die ATEX Produktrichtlinie 2014/34/EU. Diese besagt, wie Anlagen und Maschinen ausgeführt werden müssen, damit sie im Ex-Bereich verwendet werden dürfen. In der ATEX-Ausführung ist der ezzFAST von Best Handling Technology auch für den explosionsgefährdeten Bereich bestens geeignet. Wichtig im Ex-Bereich ist das Vermeiden von Zündquellen. Dies kann auf unterschiedliche Weise vermieden werden. So sind beim ezzFAST in der EX-Ausführung alle metallischen Bauteile in Edelstahl ausgeführt, sodass Funkenschlag vermieden wird. Kunststoffteile sind elektrisch ableitfähig ausgeführt bzw. sind sie so gestaltet, dass es nicht zu statischer Aufladung kommen kann. Der Vakuumschlauch besitzt eine Metallwendel, die an beiden Enden geerdet ist, ebenso der Vakuumversorgungsschlauch. Zusätzlich sind alle leitfähigen Bauteile durch Erdungskabel gesichert. In Abhängigkeit der Ex-Klasse wird die Vakuumpumpe entweder elektrisch oder pneumatisch ausgeführt. In einer EX-Zone „0“ saugt die Vakuumpumpe Luft aus dem explosionsgefährdeten Bereich an und muss daher als eine pneumatische Vakuumpumpe ausgeführt werden. Hierbei gibt es keine bewegenden Teile, sondern durch das Venturi-Verfahren wird durch Druckluft ein Unterdruck erzeugt, der das benötigte Vakuum darstellt. Als Schutz der Vakuumpumpe wird ein ATEX-Eintrittsfilter vor die Pumpe platziert, der die angesaugte Luft reinigt, bevor sie in die Pumpe gelangen kann.

Der ezzFAST in ATEX-Ausführung wird an einem Kran aus Metall (Aluminium oder Edelstahl) befestigt. In der ATEX-Ausführung des Krans ist der Laufwagen mit Bronzerollen ausgeführt. Der ezzFAST kann dann mit einem Sauger beispielsweise Säcke handhaben. Für besonders schwierige Greifvorgänge ist ein pneumatischer, ebenfalls für den Ex-Bereich ausgelegter Greifer, geeignet.  Dieser zieht zum Beispiel Kunststoffbeutel aus einer Kartonhobbock. Die Beutel sind sehr elastisch, deshalb nicht mit Vakuum anzusaugen. Die Greifzange greift so gut, dass sie unter dem Verschluss des Beutels das Material greift und aus dem Hobbock rausziehen kann.

Der Vakuumheber ezzFAST mit pneumatischem Greifer
Der Vakuumheber ezzFAST mit pneumatischem Greifer